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Lag ba-Omer

Lag ba-Omer ist der 33. Tag bei der Zählung des Omer, der in der zweiten Nacht von Pesach beginnt und an Shavuot endet.
 

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orthodoxe Juden

Lag ba-Omer ist der 33. Tag bei der Zählung des Omer, der in der zweiten Nacht von Pesach beginnt und an Shavuot endet.

 

Das Zählen des Omer ist ein Ritual, das in antike Zeiten zurückreicht, als der Heilige Tempel in Jerusalem stand (siehe Shavuot). Da durch die Geschichte hindurch dem jüdischen Volk während dieser Zeit einige Katastrophen widerfuhren, besonders der Tod von 24.000 Studenten des Rabbi Akiva durch eine Seuche (im 2. Jahrhundert nach Christus), wurden diese Tage zu nationalen Trauertagen, während derer bestimmte Verbote gelten, wie zum Beispiel das Verbot, sich die Haare zu schneiden oder Hochzeiten durchzuführen. An Lag ba-Omer werden die Trauerbräuche unterbrochen, da die Überlieferung sagt, dass dies der Todestag von Rabbi Shimon bar Yochai (Rashbi) sei, der einer von Rabbi Akiva’s Studenten war. Dennoch sind die kompletten Ursprünge dieses Feiertages unbekannt und sind somit Gegenstand vieler Meinungsverschiedenheiten.

 

Lag ba-Omer ist auch mit der Geschichte des Bar Kochba Aufstandes verknüpft, dessen geistlicher Führer Rabbi Akiva, und dessen militärischer Führer Shimon ben Kosiba (bar Kochba) war. Im 2. Jahrhundert nach Christus lehnten sich einige aus der jüdischen Bevölkerung Israels gegen die römische Regierung auf. Der Aufstand, obwohl zuerst erfolgreich, wurde brutal niedergeschlagen und brachte große Zerstörungen über die jüdischen Gemeinden in Israel. Dies war die letzte Periode der jüdischen Unabhängigkeit im Land Israel bis zur Gründung des Staates Israel im Jahre 1948. Es gibt einige Vermutungen, dass Lag ba-Omer den zeitweiligen Sieg der Männer Bar Kochba’s über die Römer kennzeichnet.

 

Die Traditionen dieses Feiertages entwickelten sich meist während der modernen Zeit. Die Zionistenbewegung betonte den Kampf für nationale Befreiung im Bar Kochba Aufstand und verwandelten die Revolte in ein Symbol für den Freiheitskampf. Lag ba-Omer ist kein heiliger Ruhetag, deswegen sind die Geschäfte wie gewöhnlich geöffnet. Abgesehen von einigen besonderen Gebeten und wenigen Bräuchen, die von bestimmten ethnischen Gruppen eingehalten werden, unterscheidet sich Lag ba-Omer von keinem anderen Tag im Jahr.

FEIERTAGSBRÄUCHE

Freudenfeuer - Lag ba-Omer wurde zu einem Feiertag der Freudenfeuer, vielleicht zum Gedenken an die Signalfeuer, die die Rebellen auf den Berggipfeln entzündeten, um Botschaften weiterzugeben, und vielleicht zum Gedenken an Rashbi. Wochen vor Lag ba-Omer sammeln Kinder jegliches Brennholz, das sie finden können, und am Abend dieses Feiertages werden große Freudenfeuer entzündet und Kartoffeln und Zwiebeln (und neuerdings auch Marshmallows) werden in den Flammen geröstet. Unter den weltlichen Juden sind die Freudenfeuer der einzige Brauch, der von den Traditionen Lag ba-Omer´s übriggeblieben ist.
Pfeil und Bogen - In der Diaspora gingen jüdische Jugendliche an Lag ba-Omer hinaus auf die Felder und schossen Pfeile ab, vielleicht zum Gedenken an den Bar Kochba Aufstand, vielleicht von den Heiden beeinflusst, von denen sie umgeben waren. Hier und dort kann man Kinder finden, die an Lag ba-Omer mit Pfeil und Bogen spielen, aber dieser Brauch geht langsam zurück.
Feiern zu Ehren von Rabbi Shimon bar Yochai (Rashbi) - Dieser Brauch entwickelte sich unter den Kabbalisten von Safed im 16. Jahrhundert und wurde zu einer beliebten Feier in der Bevölkerung: an Lag ba-Omer haben Tausende Menschen den Brauch übernommen, zu Rashbi’s Grab in Galiläa zu pilgern, dort am Abend Freudenfeuer anzuzünden und während des gesamten, folgenden Tages ein Picknick zu veranstalten. Viele religiöse Juden bringen an Lag ba-Omer ihre dreijährigen Söhne zum ersten Haarschnitt hierhin.
 

WICHTIGE INFORMATION

Falls Sie in der Gegend sind, ist Rashbi’s Grab einen Besuch wert, um zu sehen, wie verschiedene jüdische Bevölkerungsgruppen denselben Feiertag begehen, der zu einer Tradition wurde, obwohl er nicht auf antiken Quellen beruht.

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