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Haifa
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allgemeine Informationen

 

Haifa

 

Die drittgrößte Stadt Israels beherbergt den größten Hafen des Landes, den pulsierendsten Strand sowie das Weltzentrum der Bahai. Haifa ist aber auch eine der schönsten Städte des Landes mit einer reizvollen Mischung aus modernen und antiken Stadtteilen, Kirchen und Moscheen, einem Berg gegenüber dem Meeres und einer sie umgebenden unendlichen landschaftlichen Vielfalt.

Haifa ist eine heterogene und interessante Stadt, die sich aufgrund einiger einzigartiger Eigenschaften herleiten. Seit ihres Bestehens ist sie für ihre Meereslage und die Bedeutung ihres ausgesprochen aktiven Hafens bekannt. Bis heute zeichnet sich das Hafenviertel durch seine Lebendigkeit aus und zieht vor allem Händler wie Käufer, Besucher und Touristen an. Ihre Strände bieten Erholung und Sportfreizeit an, und an den Wochenenden im Sommer sind sie überfüllt mit Strandurlaubern aus dem In- und Ausland. Vor allem Wellen- und Windsurfer wissen die Strände der Stadt für ihre surfgünstigen Wellen zu schätzen. Auch Segeltourniere sowie andere Sportattraktionen finden hier das ganze Jahr über statt.



Die Stadt ist aber auch ein Symbol der Völkerverständigung und der Toleranz unter den Religionen. Neben- und miteinander leben hier Anhänger der drei monotheistischen Glaubensrichtungen, aber auch kleinere Glaubensgemeinschaften sind in ihr vertreten. 9% der Bewohner der Stadt sind israelische Palästinenser (Muslime und Christen), die hauptsächlich in drei Vierteln wohnen: Halissa, Abbas und das berühmte Wadi Nisnas, das wegen seiner wunderschönen verwinkelten und malerischen Gassen ein beliebtes Touristenziel darstellt. Einmal im Jahr findet im Wadi das „Fest der Feste“ statt, um die Besonderheit der Stadt und seiner Lebensweise hervorzuheben. Die christlichen Bewohner Haifas haben im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Kirchen gebaut. Neben dem Paris-Platz zum Beispiel befindet sich eine Maroniterkirche und neben dieser die Elija-Kirche des Karmeliterordens. Nicht weit davon entfernt steht die griechisch-orthodoxe Kirche Santa Maria. In der Allenbystrasse befindet sich die katholische Schule zum Heiligen Herzen, in deren gepflegtem Garten, im Gebäude selbst sowie an dessen Front man die beeindruckenden Skulpturen der Heiligen Jungfrau Maria bewundern kann. Auf dem Berggipfel des Carmelberges – „Stella Maris“ – der den Christen heilig ist, hat der Karmeliterorden das Kloster Stella Maris errichtet. Die der barocken Architektur nachempfundene Kirche des Klosters ist um eine Grabesgrotte gebaut, dem Neuen Testament nach das Grab des Propheten Elias. Im Kloster selbst befindet sich ein kleines Museum zum Leben des Propheten. Heute wird von den Bewohnern des Klosters auch eine Herberge für die zahlreichen Pilger betrieben, die alljährlich die Stadt besuchen.



Aber damit sind die religiösen Strömungen der Stadt noch nicht beendet. So ist das Stadtviertel Kababir der einzige muslimisch-ahmadiyyische Wohnort Israels. Die Ahmadiyyen sind eine neue indische Sekte innerhalb des Islams (seit dem Ende des 19. Jahrhunderts), die Verständigung und Frieden unter den Völkern predigt und sich gegen einen religiösen Zwang ausspricht. In der großen Moschee inmitten des Viertels befindet sich ein großer Betsaal, während in seinem Untergeschoss eine Ausstellung die Geschichte der Ahmadiyyen erzählt.

Als Teil der bekannten religiösen Toleranz der Stadt zählt auch die Tatsache, dass hier die Anhänger der Bahai ihr Weltzentrum errichtet haben. Der Bahai-Glauben ist ein Ableger des Babismus, der sich im Jahre 1844 vom schiitischen Islam in Persien abgetrennt hat. Das Zentrum ist eine wunderschöne, prächtige Anlage, am Berghang des Carmels gelegen, und ist vor allem aufgrund seiner faszinierenden „Hängenden Gärten“ bekannt, die um das Zentrum herum angelegt sind. Sie fallen über einen Kilometer hinweg von der Louis-Promenade hinab bis hinter zur Gefenstraße. In ihrer Mitte befindet sich ein Gebäude mit einer goldenen Kuppel, in dem der Begründer der Religion, der Bab, begraben liegt. Tagsüber kann man in den Gärten spazieren gehen und sich an den verschiedenen Blumen- und Baumarten erfreuen, aber wer sie in der abendlichen Dämmerung besucht wird auch das romantische Ambiente, das aufgrund der in den Gärten installierten besonderen Beleuchtung herrscht, genießen können.



Unter den bahaischen Gärten liegt die malerische, ruhige Templerkolonie, auch die „deutsche Kolonie“ genannt. Sie wurde zu Ende des 19. Jahrhunderts von einer Gruppe von Templern, die im Heiligen Land eine christliche Gemeinschaft gründen wollten, errichtet. Hier stehen noch immer die wunderschönen Steinhäuser, von denen mittlerweile einige saniert wurden. Auf anderen wiederum sind noch die Namen der ursprünglichen Bewohner aus Deutschland zu erkennen. Die deutsche Kolonie ist ein beliebter Ort für Besucher auf der Suche nach einem historischen Gefühl.

Wer Haifa zu Fuß erkunden möchte, sollte dies auf den „Treppenpfaden“ tun – vier beschilderte Spazierwege, die im oberen Teil der Yafe-Nof-Strasse beginnen und zum Meeresufer führen. Oder Sie können auch entlang der den Berg herunterfließenden Bäche laufen (Azuv, Ahuza, Lotem Sheihk). Vom Strand aus kann man entweder mit der Seilbahn oder mit der einzigen Untergrundbahn Israels, der „Carmelit“, den Berg hinauffahren. Oben angekommen, lohnt es sich vor allem den „Gan ha-Em“ (Garten der Mutter) zu besuchen und auf der das gesamte Gebiet überblickenden Louis-Promenade entlang zu spazieren.



Neben all diesen Sehenswürdigkeiten hat die Stadt ihren Besuchern noch sehr viel mehr zu bieten. Interessante kulturelle sowie wissenschaftliche Einrichtungen offerieren ein reiches Angebot an Aktivitäten und Festivals. So beherbergt Haifa etwa die unterschiedlichsten Museen: die Dagon-Sammlung, ein Maritimmuseum, ein Wissenschaftsmuseum, ein Kunstmuseum, ein Museum über die Geschichte der illegalen Einwanderung und der Marine, ein Eisenbahnmuseum, das Tikotin-Museum für japanische Kunst, das Reuven und Edith Hecht-Museum sowie das Museum der Ölindustrie des Landes Israel. Einmal im Jahr richtet die Stadt ein internationales Filmfestival aus, das nicht nur Filmfreunde, sondern auch Regisseure, Drehbuchautoren und Schauspieler aus aller Welt anzieht.

In Haifa befindet sich das Technion, die erste Hochschule des Landes Israel, sowie die Universität Haifa, in der Studenten aus dem In- und Ausland studieren. Die Universität befindet sich gleich neben dem immer grünen Carmel-Naturschutzgebiet. Hier wurde das „Khai Bar Carmel“-Gelände eingerichtet, von dem aus vor dem Aussterben bedrohte Tierarten wieder in ihren natürlichen Lebensraum gelassen werden sollen. In der Region befinden sich zahlreiche Spazierwege, aber seine einzigartige Landschaft kann auch mit dem Fahrrad oder dem Auto erkundet werden.