Wie weit muss man hinuntersteigen, um ans Tote Meer zu kommen? Rund 400 Meter unter den Meersspiegel. Und wie tief ist der salzige Binnensee? Fast genau so tief, zumindest an seinem nördlichen Teil. Spannend? In der Tat! Aber jedes Detail über das Tote Meer ist spannend, so dass hier noch einige Informationen hinzugefügt werden sollen: Das Tote Meer ist der tiefste Punkt auf der Erde (um genau zu sein: es liegt 417 Meter unter dem Meeresspiegel). Die aus ihm verdampfende Wassermenge ist höher als die in den See hineinströmende. Aus diesem Grund ist es der am salzhaltigste Binnensee auf der Welt (340 Gramm pro ein Liter Wasser). Das Salz verhindert jegliches Leben, so dass es, wie beispielsweise im Deutschen, als das Tote Meer bekannt ist. Andererseits wirken gerade diese Salze stark therapeutisch, so dass viele kranke Menschen regelmäßig hierher kommen, um wieder gesund zu werden. All dies und noch vieles mehr machen das Tote Meer derart aufregend und vielseitig.
Das Tote Meer kann man auch als „tiefsten Wellnessort der Welt“ bezeichnen. Im südlichen Teil werden die Salze für die Industrie hervorgeholt, während sie im nördlichen Teil zu therapeutischen Zwecken genutzt werden. Die besondere Zusammensetzung der Salze und Mineralien im Wasser macht sie so ausgesprochen wertvoll für den Körper.
Auf dem Meeresgrund befinden sich Ablagerungen schwarzen Schlammes, der sich mit Leitigkeit auf den Körper verteilen läßt und ebenfalls zur Mineralzuführung beiträgt. Und wenn das noch immer nicht reicht, so tragen auch die bromidenhaltigen Dämpfe und der hohe Sauerstoffgehalt der Luft zum Wohlbefinden des Körpers bei. Der gesundheitliche Wert des Toten Meeres kann eigentlich gar nicht hoch genug gelobt werden.
Entlang des westlichen (israelischen) Ufers des Meeres wurden gepflegte Strandanlagen angelegt, die einen bequemen Zugang zum Wasser ermöglichen. Neben den Heilbädern Neve Zohar und Ein Bokek wurden große Besucherzentren errichtet, die modernsten Touristenservice anbieten. Hier befinden sich zahlreiche Hotels, Jugendherbergen und Gasthäuser, Restaurants und Einkaufszentren sowie diverse Vergnügungsanlagen, die eine reiche Auswahl an Unterhaltung und Abwechslung im Angebot haben, wie etwa Jeep- und Fahrradtouren, Kamelreiten und Beduinenbesuche oder auch Gleitsegeln. Aber auch kulturelle Aktivitäten finden hier statt, wie etwa Galerien, abendliche Konzerte sowie Besuche in den Ateliers verschiedener Künstler. Und natürlich wird in dieser Gegend eine dem Klima angepasste spezielle Landwirtschaft betrieben.
Das Tote Meer liegt am Rande der judäischen Wüste, ein dürres und heisses Gebiet, an den Hängen riesiger Felsen, so dass es auch als wichtiges Wüstentourismuszentrum gilt. Entlang seines Ufers sprudeln zahlreiche Quellen, in deren Umfeld wilde Pflanzen blühen. Die besondere Mischung aus Wüstenlandschaft und fruchtbaren Oasen nimmt sowohl die Augen als auch das Herz gefangen und zieht dementsprechend viele Besucher an. Die Hauptsattraktionen sind zweifellos der Sodom Berg, der Darga-Strom (Nakhal Darga) sowie die Naturschutzgebiete Ein Gedi und Einot Zukim (Ein Faschkha). Neben den Naturgebieten befinden sich in dieser Gegen aber auch für die Geschichte des Landes Israel wichtige historische Stätten, die den antiken Zauber der Umgebung bewahren. Hierzu gehören die Festung Massada, das antike Ein Gedi und die Qumran-Stätte, in deren Höhlen und Umgebung alte Schriftrollen gefunden wurden, unter ihnen die Schriftrollen der jüdäischen Wüste, die Einblick in die Anfänge des Christentums geben, sowie Texte der Sekte der Essener, die als Vorgänger des Christentums gilt.
Der nordwestliche Teil des Toten Meeres galt ebenfalls schon immer als wichtiges Ziel für Pilger aus aller Welt, die vor allem um die Osterzeit herum von hier aus weiter nach Jericho und zum traditionellen Taufplatz Jesu am Jordan weiterpilgerten und dies bis heute tun. Ohne die faszinierenden Höhlenkloster, die in und an verschiedenen Felsen errichtet wurden, wäre die Gegend um das Tote Meer nicht so bedeutsam, wie sie ist. Im 4. Jahrhundert begann unter den Christen eine Welle der Askese, das Streben nach einem bescheidenen Leben ähnlich dem Jesu strebten.
Die judäische Wüste wurde zu einem Zentrum für Gläubige, die Gott ihr Leben opfern wollten und hier, teilweise in Felsen der Wüste gehauene Kloster errichteten. Hierzu gehören etwa die Klöster St. Georg, Mar Sabas, Johannes in der Wüste, u.a. Einige der Kloster sind bis heute bewohnt, andere können besichtigt werden. Sie tragen gemeinsam mit der außergewöhnlich schönen und wilden Wüstenlandschaft zu einer einzigartigen Urlaubserfahrung bei.
